Freitag, 22. Juni 2012
Ich bin umgezogen!
Donnerstag, 21. Juni 2012
Filmtitel VIII
Mientras duermas --> Sleep Tight (Spanien 2011)
Sønner av Norge --> Sons of Norway (Norwegen 2011)
Koi no tsumi --> Guilty of Romance (Japan 2011)
Slovenka --> Call Girl (Slowenien et al. 2009)
Ni à vendre, ni à louer --> Holidays by the Sea (Frankreich 2011)
Sisanje --> Skinning (Serbien 2010)
Ganz skurril wird es, wenn der Verleih sich entscheidet, den Film unter einem englischen, aber nicht dem internationalen Titel auf unsere Leinwände bzw. Bildschirme zu bringen.
So heißt der chilenische Horrorfilm Solos zwar international Descendents, die deutsche DVD jedoch marktschreierisch Armageddon of the Living Dead.
Der schwedische Film Försvunnen wird im deutschsprachigen Raum als Night Hunt - Die Zeit des Jägers vertrieben, während er als internationalen Titel schlicht Gone trägt.
Ein südkoreanisches Kriegspic heißt dort My Way, bzw. nach Transliteration der koreanischen Schrift Mai Wei, nur in Deutschland seltsamerweise Prisoners of War.
Abschließend ein Blick auf den Buchmarkt: Warum erscheint der amerikanische Pornoroman Fifty Shades of Grey (der übrigens auf einer Twilight Fan Fiction beruht!) bei uns lediglich als Shades of Grey?
50 Grautöne - das dürfte doch zumindest die in der DDR aufgewachsenen Leser(innen) ansprechen.
Dienstag, 19. Juni 2012
Deutsche im Netz. Eine Milljöh-Studien-Studie
Freitag, 8. Juni 2012
Endlich gefunden!
Mittwoch, 23. Mai 2012
Sprache, Logik und Internetsexwerbung
"Haben sie im Bett Schwierigkeiten Ihre Ehefrau zu befriedigen? Die Macht des steifen Schwanzes ist bis zu 2-5 mal besser, unsere die Blauen Pillen erhoeen sehr deutlich die s.e.xuelle Power, Vitallity und die Errektion. Besttellen sie jetzt und ver-gessen sie Ihre Enttaeuschungen und alle peinlichen Situationen in denen Sie mal waren. Gar nicht mehr zufrueh zum Orgasmus kommen und die Freundinnen geil befriedigen! Oder andere Produkte fuer den Mann shoppen auf [...].
Mit angenehmen Grussen
Prof. Dr. Simone Klein"
Mooooment, dachte ich. Wenn die Lady mich für einen Fremden hält, wie kann sie dann in Erwägung ziehen, dass ich mich an sie erinnern würde? Oder redet sie jeden mit stranger an, weil sie den Internetnutzer ja nicht sehen kann, der Internetnutzer sie hingegen schon, und das womöglich zum wiederholten Male, weswegen er sich durchaus an sie erinnern könnte?
Dienstag, 15. Mai 2012
Falsche Fragestellung bei WWM? (Achtung: Haarspalterei)
"Welche politische Bewegung stellt in Argentinien derzeit nicht zum ersten Mal das Staatsoberhaupt?" -- Unterliege ich einem Denkfehler, oder müsste es nicht korrekt heißen: "Welche politische Bewegung stellt in Argentinien derzeit zum ersten Mal nicht das Staatsoberhaupt?" So, wie die Frage formuliert war, hätte der Kandidat davon ausgehen können, dass drei der genannten Gruppen derzeit zum ersten Mal das Staatsoberhaupt stellen und eine nicht.
Montag, 14. Mai 2012
Per Mausklick
Diese Google-Grafik zeigt das Auftauchen der Wendung "per Mausklick" in deutschen Nachrichtenportalen von 2004 bis heute. Ich bin weder Hellseher noch Extrapolationsexperte, doch ich meine, es besteht Hoffnung, dass die ausgeleierte Floskel "per Mausklick" in wenigen Jahrzehnten endgültig verschwunden sein wird. Die "Datenautobahn" haben wir ja auch hinter uns gelassen.
Sonntag, 13. Mai 2012
Kurz notiert: LOST 6.01
Donnerstag, 1. März 2012
... wie aus einem schlechten Film
Auf Welt online las ich heute dies:
"Eine Geschichte wie aus einem schlechten Film: Ein Deutscher hat in Österreich seinen Tod vorgetäuscht. Er hatte vor, in den USA ein neues Leben anzufangen."
Was mich daran stört, ist die Phrase "eine Geschichte wie aus einem schlechten Film". Wirklich? Ist ein Film, in dem jemand seinen eigenen Tod vortäuscht, automatisch schlecht? Die Filmdatenbank imdb listet für den Tag "Faking Own Death" 28 Titel auf, darunter Der dritte Mann (Wertung: 8,5/10), Der Mondmann (7,4/10) und James Bond: Thunderball (7,0/10). 24 der 28 Filme haben eine Bewertung von über 5,0 erhalten, sind also alles andere als schlecht.
Viel zu schnell ist man mit der abfälligen Bemerkung "wie im schlechten Film" dabei, nur weil das Leben wieder einmal die bessere Geschichte geschrieben hat.
"Eine Geschichte wie aus einem schlechten Film: Vier junge US-Bürger sind in Nord-Philadelphia festgenommen worden, nachdem sie mit einer Petition Überwachungskameras hinterfragten." (netzpolitik.org)
"Wie aus einem schlechten Film erscheint, was am Dienstag in Lüttich geschehen ist: Mit Handgranaten und einer Pistole tötete ein 33-Jähriger zunächst zuhause eine Frau und später ein Kind und zwei Jugendliche am zentralen Platz der Stadt, bevor er sich selbst durch einen Schuss in den Kopf selbst tötete." (Welt online)
"Schon fast wie aus einem schlechten Film mutet die ausgestellte Technik an, mit der das MfS Menschen ausspionierte, mit Kameras in einer Gießkanne, einem Obstkorb, einer Aktentasche, sogar einem BH-Verschluss." (otz.de)
"Ein halbnacktes weinendes Kind rennt durch die verschneiten Straßen einer Großstadt. Bilder wie aus einem schlechten Film, die für einen kleinen Buben aus New York zur Realität wurden." (austria.ch)
"Wie in einem schlechten Film müssen sich die Insassen einer U-Bahn im Münchner Untergrund am Dienstagnachmittag vorgekommen sein. Der Zug der Linie U1 fuhr vom Hauptbahnhof bis zum Mangfallplatz sieben Stationen ohne einen Halt durch, dann wurde er durch eine Zwangsbremsung gestoppt." (donaukurier.de)
Ich zumindest könnte mir die genannten Szenarien sehr gut in unter die Haut gehenden Psychothrillern vorstellen. Ein Drama über festgenommene Netzaktivisten würde ich mir sofort anschauen.
Wann wäre es denn tatsächlich gerechtfertigt, eine wahre Begebenheit mit einem schlechten Film zu vergleichen? "Bombe in letzter Sekunde entschärft" - "Frau heiratet besten Freund statt reichen Verlobten" - "Polizist einen Tag vor Pensionierung erschossen" - "Außerirdische Roboter bekämpfen sich in Form von Autos auf der Erde!" Bei diesen Schlagzeilen würde sich natürlich niemand trauen, schlechte Filme heranzuziehen.
Sonntag, 19. Februar 2012
Intermezzo: Karneval-Stars, die es tatsächlich gibt
- De Doof Nuss
- De Huusmeister vum Bundesdaach
- Ne Blötschkopp
- Kribbelköpp
- Klüngelköpp
- De Vier Botze
- Ne vertrottelte Student
- Ne Kölsche Schutzmann
- Ne Knallkopp
- Schnäuzer Duo
- De Räuber
- Meenzer Kokolores
- Röbedeuker
- Et Zweigestirn
- Blom un Blömcher
- Dä Tuppes vum Land
- De Müllemer Junge
- Putzfrau Achnes Kasulke
- Alt Schuss
- Der Klopfer
- Die Landeier
- Dat Fimmäncher
- Der fromme Jeck
- Manni der Rocker
- Begge Peder
- Tino vom Taxi
- Die Lobbese
- Dui do on de Sell
- Kölsche Dillendöppcher
- Hastenraths Will
- Tante Lilli
- Helene Rrrump
- Royal Trampelbumser
- Die Althofener Tschentsche
- De Wuschd
- Der Hengst vom Taunus
- Frau Brech und Frau Reiz
- Rhöner Sauwäntzt
- Die Gartenkrallen
- Die Bronnweiler Weiber
- Die Klappstühle
- Polizei-Duo Alois und Elsbeth Gscheidle
- Bauer Heinrich Schulte-Brömmelkamp
- Rote Funken Harsewinkel
- Band ohne Bart
- Kättl Feierdaach
- Der Dreggsagg aus der Rhön
- Türkin Ayse
Sonntag, 12. Februar 2012
Grammatische Fehlgriffe auf Facebook?
Irre ich mich oder hieß es bis vor kurzem noch: Person X hat ihren Status ebenfalls kommentiert? Jetzt erhält man nämlich folgende E-Mail-Mitteilung, wenn man einen Status kommentiert hat und der oder die Poster(in) darauf geantwortet hat: Person X hat auch ihre Statusmeldung kommentiert.
Letzteres sagt etwas völlig Anderes aus: Person X hat mehrere Sachen kommentiert, darunter auch ihre Statusmeldung. Gemeint ist aber, dass Person X neben anderen Personen ihren eigenen Status selbst kommentiert hat. Ich bin normalerweise kein Vertreter der langweiligen Meinung, soziale Netzwerke lassen die deutsche Sprache verkümmern, aber hier liegt ein Missstand vor, der schwerer wiegt als die umstrittene "Timeline"!
Montag, 23. Januar 2012
Graph of the day
Samstag, 21. Januar 2012
Rumliegendes
Vor einiger Zeit erinnerte ich mich aus heiterem Himmel an ein Wort aus dem Geographieunterricht, das ich schon damals, als ich es kennen lernte, überaus amüsant fand:
Rotliegendes
Ich schlug den Begriff bei Wikipedia nach (er bezeichnet eine Gesteinseinheit) und las dort, dass die Form Rotliegendes "fachlich nicht empfohlen" wird, "da sie als internationale Bezeichnung in nicht deutschsprachigen Ländern schwerer anwendbar ist". Stattdessen solle die nicht-deklinierbare Form Rotliegend verwendet werden. Das ist der Hammer! Denn dieses Wort wäre das einzige Beispiel einer echten sog. Nullableitung eines Partizips I!
Zur Erklärung: Eine Nullableitung liegt vor, wenn ein Wort von einer Wortart in eine andere Wortart übergeht, ohne dass sich die Form des Wortes verändert. Das passiert zum Beispiel, wenn man aus dem Infinitiv eines Verbs ein Substantiv macht: rennen --> das Rennen. Man nennt diesen Vorgang auch Konversion, wobei Konversion oft weiter gefasst wird und von vielen Linguisten auch Beispiele wie schlecht --> der/die/das Schlechte dazu gezählt werden. Demnach würde auch das Wort Rotliegendes <-- Partizip I rotliegend in diese Wortbildungskategorie fallen. Allerdings haben wir bei Rotliegendes bereits zwei Buchstaben mehr, nämlich die Nominativ-Singular-Endung -es.
Rotliegend aber ist eine Konversion im strengsten Sinne und als Derivation eines Partizips I einzigartig. Oder kennt ein Leser / eine Leserin ein weiteres Beispiel, möglicherweise ebenfalls aus einer Fachsprache? Dann her damit!
PS: Rotliegend heißt auf Englisch ebenfalls rotliegend. Andere geologische Fachwörter deutschen Ursprungs wurden leicht angepasst. Aus Gneis wurde gneiss, aus Quarz wurde quartz und aus Feldspat lustigerweise feldspar.
Dienstag, 17. Januar 2012
In uneigener Sache
Der Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft an der Universität Augsburg führt seit 2003 Online-Erhebungen für einen "Atlas zur deutschen Alltagssprache (AdA)" durch. Soeben ist die nunmehr 9. Runde gestartet, und ich möchte alle Leserinnen und Leser ermuntern, 20 Minuten ihrer Zeit für diese Umfrage zu opfern. Das macht Spaß und ist interessant, zumal es diesmal um "Dialekt-Klassiker" wie das Brathähnchen und die Voranstellung von Artikeln bei Personennamen geht.
Man beachte auch die Sprachkarten, die aufgrund der zuvor durchgeführten Befragungen erstellt wurden (Links links).













