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Donnerstag, 21. Juni 2012

Filmtitel VIII

Dem Thema Filmtitel habe ich mich knapp zweieinhalb Jahre nicht gewidmet. 'Könnte man mal wieder machen', dachte ich mir jetzt und blätterte die letzten zwei CINEMA-Ausgaben auf der Suche nach Kuriosa durch. Herausragend waren lediglich drei Filme, deren englische Titel man für das deutsche Publikum dergestalt "angepasst" hat, dass man sie leicht variiert und daraus neue, ebenfalls englische Titel gemacht hat, ein Prozedere, das ich bereits in früheren Blogposts vorgestellt habe. So wurde aus The Sitter auf "deutsch" Bad Sitter, wohl in Anlehnung an die Cameron-Diaz-Komödie Bad Teacher. Aus Beneath the Darkness wiederum (ein grotesk schlechter Thriller mit Dennis Quaid als psychopathischen Bestatter) wurde Beyond the Darkness. Ist die Präposition beyond geläufiger als beneath? Warum schließlich aus Lay the Favorite bei uns Lady Vegas gemacht wurde, weiß wohl nur der Verleih. Man kann sich aber vorstellen, dass "Lay the Favorite", durch eine schlechte Telefonleitung genuschelt, durchaus ein bisschen wie "Lady Vegas" klingt. Also nur ein Kommunikationsproblem?

Noch ein paar Worte zu einem anderen Phänomen. Wenn ein nicht-englischsprachiges Land einen Film international vermarkten will, wird häufig - verständlicherweise - ein englischer Titel gewählt. Unter diesem kommt er dann oft auch in die Kinos deutschsprachiger Länder. Ein paar Beispiele:

Serbuan Maut --> The Raid (Indonesien 2011) 
Mientras duermas --> Sleep Tight (Spanien 2011) 
Sønner av Norge --> Sons of Norway (Norwegen 2011) 
Koi no tsumi --> Guilty of Romance (Japan 2011) 
Slovenka --> Call Girl (Slowenien et al. 2009) 
Ni à vendre, ni à louer --> Holidays by the Sea (Frankreich 2011) 
Sisanje --> Skinning (Serbien 2010) 

Ganz skurril wird es, wenn der Verleih sich entscheidet, den Film unter einem englischen, aber nicht dem internationalen Titel auf unsere Leinwände bzw. Bildschirme zu bringen. 
So heißt der chilenische Horrorfilm Solos zwar international Descendents, die deutsche DVD jedoch marktschreierisch Armageddon of the Living Dead
Der schwedische Film Försvunnen wird im deutschsprachigen Raum als Night Hunt - Die Zeit des Jägers vertrieben, während er als internationalen Titel schlicht Gone trägt. 
Ein südkoreanisches Kriegspic heißt dort My Way, bzw. nach Transliteration der koreanischen Schrift Mai Wei, nur in Deutschland seltsamerweise Prisoners of War.

Abschließend ein Blick auf den Buchmarkt: Warum erscheint der amerikanische Pornoroman Fifty Shades of Grey (der übrigens auf einer Twilight Fan Fiction beruht!) bei uns lediglich als Shades of Grey?
50 Grautöne - das dürfte doch zumindest die in der DDR aufgewachsenen Leser(innen) ansprechen.

Samstag, 17. Dezember 2011

Kurz notiert: STERN, Elfen



Die Familie Obama hat kürzlich ein paar weihnachtlich verkleidete Kinder getroffen. Der Stern schreibt dazu: "Glaubt man dem Fotografen, waren diese als Elfen verkleidet, auch wenn sie eher wie Wichtel aussahen."
Tatsächlich, der Begleittext zu dem entsprechenden Reuters-Foto lautet: "President Barack Obama, first lady Michelle Obama and their daughters Sasha (L) and Malia greet children, dressed as elves, at the 'Christmas in Washington' celebration at the National Building Museum..."
Tja, das ist ja ein dolles Ding, dass in einem englischsprachigen Text die Folkloremännchen nicht mit dem deutschen "Wichtel" bezeichnet werden, sondern mit dem Namen, unter dem sie in Amerika seit dem vorletzten Jahrhundert bekannt und beliebt sind, Christmas elves.
Also, von einem Magazin, das einen halbnackten Mann und die Schlagzeile "Arbeit ist der neue Sex" auf dem Cover hat, hätte ich mehr journalistische Sorgfalt erwartet.

PS: Den Will-Ferrell-Film Elf hätte man in Deutschland wirklich als "Der Wichtel" oder so vermarkten können. Stattdessen entschied man sich für "Buddy – Der Weihnachtself".

Freitag, 19. Februar 2010

Filmtitel VII

Nach dem wortreichen vorigen Beitrag nun wieder ein kleines Listen-Update hübscher deutscher Filmtitel. Entnommen sind sie dem genannten Buch von W. Maier sowie der Zeitschrift CINEMA, die in der letzten Ausgabe ein "Spaßlexikon" (als neue Rubrik?) enthielt.

  • Dragnet --> Schlappe Bullen beißen nicht
  • Jersey Girl --> Love Crash
  • Midnight Man --> Maximum Force Part 2 - Deadly Connection
  • Let's Make Love --> Machen wir's in Liebe
  • Les Femmes d'Abord --> Eddie krault nur kesse Katzen
  • Caught in the Act --> Mystery Act
  • K9 --> Mein Partner mit der kalten Schnauze
  • Black Eagle --> Red Eagle
  • I Lunghi Giorni dell'Odio --> Seine Winchester pfeift das Lied vom Tod
  • Weird Science --> L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn
  • Wise Guys --> Zwei Superpflaumen in der Unterwelt
  • Up the Creek --> Das turbogeile Gummiboot

Montag, 15. Februar 2010

Filmtitel VI

Wolfgang Maier hat in seinem Buch Spielfilmsynchronisation (Frankfurt a.M. et al.: Peter Lang 1997) ein ganzes Kapitel dem Problem des Übersetzens von Filmtiteln gewidmet. Für alle Möglichkeiten bietet er schlüssige Erklärungen. Wird der Originaltitel beibehalten, weil es sich um einen (bekannten) Eigennamen handelt, hat dies den Vorteil, dass "durch die internationale Presse der Film möglicherweise schon vor einem Deutschlandstart aufgrund des einprägsamen kurzen proper name bekannt ist; das macht das Publikum neugierig" (S. 75). Nach der "Allemanitis" der 50er/60er Jahre, wo man jeden englischen Titel (mitunter krampfhaft und misslungen) eindeutschte, begann die bis heute anhaltende Phase, in der auch unverständliche Filmtitel beibehalten werden. "Anscheinend liegen die Wurzeln darin vergraben, daß die Werbestrategen dem potentiellen Käufer/Zuschauer weiszumachen versuchen, bloß was 'neu' ist, sei 'gut'" (S. 79). Und weiter: "'Jurassic Park' hätte in den fünfziger Jahren wohl 'Panik im Dinosaurier-Park' geheißen." Die Englisch-Kompetenz des heutigen Publikums [= dem von 1997] sei jedoch nicht besser als die des Publikums von damals (diese Aussage stimmt heute, 2010, m.M.n. nicht mehr); "wichtig bleibt alleine der Erkennungseffekt der für manche inhaltslos gewordenen englischen Titel." (S. 80)
Sehr unterhaltsam sind die Ausführungen zu nicht am Original angelehnten Filmtiteln. Die schärfsten Schoten entstanden in der Trash-Horror-Welle der späten 60er bis 80er Jahre, als man das Publikum mit Titeln über "gefolterte Jungfrauen" und "gequälte Hexen" ködern wollte. The Haunted Palace (basierend auf H.P. Lovecrafts Erzählung Der Fall Charles Dexter Ward, ulkigerweise aber vermarktet als "based on a story by Edgar Allan Poe") wurde in Deutschland zu - festhalten! - "Die Folterkammer des Hexenjägers". Ein weiteres Highlight (S. 89f.):

"Nehmen wir Jean Rollins Öko-Thriller 'Les Raisins de la Mort' [...] was machte der deutsche 'A.B.'-Filmverleih daraus? Man möchte es nicht glauben, aber bei uns werden 'Die Trauben des Todes' zur 'Foltermühle der gefangenen Frauen'. Was sich der Verleiher unter einer 'Foltermühle' vorstellt, sei dahingestellt, jedenfalls kommt in diesem Film keine vor, ebensowenig wie 'gefangene Frauen'. Dem Titel entsprechend war übrigens auch die Graphik des deutschen Filmplakats ausgerichtet: Halbnackte, angekettete Mädchen (die im Film natürlich überhaupt nicht vorkommen) und grausig aussehende Totenköpfe, und als Slogan auf dem Poster die Aufschrift 'Zombie G.m.b.H. & Co. in Action' (sic!). Aber selbst so ein idiotischer Titel [...] kann noch übertroffen werden: Auf Video hieß derselbe Streifen nämlich 'Zombis geschändete Frauen' (man achte auf die Orthographie!), was zur Folge hatte, daß er umgehend indiziert wurde [...] Der Dumme ist in jedem Falle der Zuschauer: diejenigen, die wirklich 'gefangene', 'geschändete' oder 'gefolterte' Mädchen erwarten, werden enttäuscht, und die 'ernsthaften' Kinogänger müssen sich unweigerlich genieren, wenn sie an der Kinokasse eine Karte für 'Foltermühle der gefangenen Frauen' lösen [...] [D]as (übrigens minderwertige) deutsche Bauerndrama 'Das Mädchen vom Hof' versuchte man im Zuge der Horrorwelle als 'Die Totenschmecker' besser verkaufen zu können, und schließlich endete das Machwerk als 'Der Irre vom Zombiehof'."
Faszinierend sind auch die Versuche, Geld mit getürkten Franchises aufgrund früherer Erfolgsfilme zu machen:

"Man denke nur an die von Sergio Corbucci 1966 geschaffene Figur des 'Django'. Der Name wird auch heute noch gleichgesetzt mit dem Helden der Spaghetti-Western, und so fanden sich in Deutschland nicht weniger als 50 Filme, die sich des populären Namens der Kultfigur zu eigen machten. Doch wieviele 'echte' Django-Filme gibt es eigentlich wirklich? Die Antwort ist einfach: nur einen, eben den von Corbucci inszenierten. Alle anderen Produktionen, die sich daran anlehnen, haben mit dem eigentlichen 'Django' überhaupt nichts zu tun. Und trotzdem brach bald darauf eine wahre 'Django'-Flut über die bundesdeutschen Kinos herein [...]: Die Vorstellung 'Django spricht das Nachtgebet' steht in krassem Widerspruch zu 'Django spricht kein Vaterunser', ja die Palette reicht sogar bis hin zu 'Django Nudo und die lüsternen Mädchen von Porno Hill'."

Sonntag, 13. September 2009

Filmtitel V (Serien-Spezial)

Abgesehen von aktuellen Highlights wie "My Big Fat Greek Summer" (OT: My Life in Ruins), "Wie das Leben so spielt" (Funny People) oder der uralten Tom-Hanks-Komödie "Scott & Huutsch" (Turner & Hooch) habe ich diesen Monat keine vergurkten Filmtitel aufgespürt. Grund genug, einen Blick auf die TV-Landschaft zu werfen. Unter welchen Titeln manche US-Serie zu uns kommt, ist haarsträubend.
  • The Avengers --> Mit Schirm, Charme und Melone
  • Terminator: The Sarah Connor Chronicles --> Terminator: S.C.C.
  • The Dukes of Hazzard --> Ein Duke kommt selten allein
  • Freaks and Geeks --> Voll daneben, voll im Leben
  • Undeclared --> American Campus - Reif für die Uni?
  • The Fall Guy --> Ein Colt für alle Fälle
  • Two and a Half Men --> Mein cooler Onkel Charlie [nur in Österreich und der Schweiz]
  • My Wife and Kids --> What's up, Dad?
  • Mr. Terrific --> Immer wenn er Pillen nahm
  • Get Smart --> Mini-Max [in der Kabel-1-Wiederaufführung 2009 allerdings unter OT]
  • Dynasty --> Der Denver-Clan
  • The War at Home --> Hinterm Sofa an der Front [in Österreich und der Schweiz: Familienstreit de Luxe]
  • 8 Simple Rules (for Dating my Teenage Daughter) --> Meine wilden Töchter
  • I Spy --> Tennis, Schläger und Kanonen
  • Parker Lewis Can't Lose --> Parker Lewis - Der Coole von der Schule
  • Riptide --> Trio mit vier Fäusten

Sonntag, 12. Juli 2009

Filmtitel IV (mit Bonus: Buchtitel)

Diesmal sind auch einige italienische Titel in der Liste. Ich bin des Italienischen nicht mächtig, aber auch dem ungeübten Auge fällt auf, dass da irgendetwas nicht stimmen kann.
  • What Happens in Vegas --> Love Vegas
  • Tremors --> Im Land der Raketenwürmer
  • Mo' Money --> Meh' Geld
  • Toxic Avenger --> Atomic Hero
  • Cradle 2 the Grave --> Born 2 Die
  • Il Grande Silenzio --> Leichen pflastern seinen Weg
  • Ghosts of Girlfriends Past --> Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen
  • The Promotion --> Topjob - Showdown im Supermarkt
  • Che: Part One --> Che - Revolución
  • Paura nella città dei morti viventi --> Ein Zombie hing am Glockenseil
  • Airplane --> Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug
  • Bride of the Monster --> Die Rache des Würgers
  • Se sei vivo spara --> Django - Leck Staub von meinem Colt
  • Buon funerale amigos... paga Sartana --> Sartana - Noch warm und schon Sand drauf
  • Revenge of the Pink Panther --> Inspector Clouseau - Der irre Flic mit dem heißen Blick
  • Don't Be a Menace to South Central While Drinking Your Juice in the Hood --> Hip Hop Hood – Im Viertel ist die Hölle los
  • Spy Hard --> Agent 00 – Mit der Lizenz zum Totlachen
  • The Return of the Living Dead --> Verdammt, die Zombies kommen
  • Welcome to the Dollhouse --> Willkommen im Tollhaus
Das letzte ist schon richtiggehend dreist. Zu toppen ist das nur noch von der Stephen-King-Geschichte Children of the Corn, die im deutschen (zumindest in der Filmfassung) zu Kinder des Zorns wurde. Wo wir schon bei Literatur sind, sei auf den Joseph-Heller-Klassiker Catch-22 hingewiesen. Das Wort "Catch-22" bezieht sich auf ein fiktives paradoxes militärisches Gesetz und ist in der Bedeutung einer Situation, in der man nicht gewinnen kann, als geflügeltes Wort in den englischen Wortschatz eingegangen. Dass der Roman im deutschen Sprachraum unter dem Titel Der IKS-Haken erschien, ist fast schon putzig, aber kaum bekannt.
Der Zeichner bob wusste bereits vor fünfeinhalb Jahren folgendes zu berichten:

>>ich wiederum konsultiere mein vor ein paar jahren mitgebrungenes richard brautigan-poesiebüchel, "die pille gegen das grubenunglück von springhill" (rororo), welches im original zwar ähnlich, aber irgendwie auch wieder ganz anders, nämlich "the pill versus the springhill mine disaster" heisst.
dem überträger, günter ohnemus, ist die malaise dabei noch aufgefallen, er schreibt dazu im kleingedruckten:
(Das "gegen" im Titel dieses Buches ist eine unkorrekte Übersetzung des "versus" in der Originalfassung, die dem Übersezter merkwürdigerweise erst sehr spät aufgefallen ist. Zu spät, denn er mag diesen Titel inzwischen so gern, daß er sich außerstande sieht, ihn noch zu ändern - ganz im Sinne von Richard Brautigans Gedicht

Der Amelia Earhart Pfannkuchen
Ich kann einfach kein Gedicht finden
für diesen Titel.
Ich habe jahrelang nach einem gesucht,
und jetzt geb' ich auf.)


wobei, praktischerweise, zwar nicht brautigans gedicht, wohl aber brautigan selbst seit einigen jahren (genau seit 1984) tot, verstorben und in seinem eventuellen widerspruchswillen nicht unerheblich eingeschränkt ist.<<

Dienstag, 23. Juni 2009

Zwei kurze Bemerkungen

1. Das hat zwar nur bedingt etwas mit Übersetzungen zu tun, ist aber wert, festgehalten zu werden. Falls Sie den Film Bank Job noch nicht gesehen haben, holen Sie das jetzt nach.

Okay? Gut. Jetzt schauen Sie sich bitte den deutschen Trailer an:

Was fällt einem auf? Richtig: der deutsche Verleih möchte den Eindruck erwecken, es handle sich um eine Komödie im Stil von Ocean's Eleven (ich glaube, dieser Titel wird sogar auf der Rückseite der DVD-Schachtel genannt). Durch geschicktes Schneiden, Hinzufügen eines coolen Songs (T-Rex - "Get it on") und das Einbinden der einzigen zwei-drei witzigen Szenen des gesamten Films erhofft man sich, ein entsprechendes Publikum anzusprechen. Allerdings ist Bank Job beileibe keine Gangster-Comedy, sondern ein durchgängig ernster Thriller mit dramatischer Musik und bedrückenden Wendungen.

2. Ich wage zu bezweifeln, ob das Beibehalten der Umlautpunkte (im Englischen umlaut genannt) bei Brüno eine gute Idee war. Die Hauptfigur dieses sicher uninteressanten Streifens ist Österreicher, und im Bemühen um Nachahmung der deutschen Sprache haben die Macher halt die Pünktchen auf das u gesetzt (vgl. den Wikipedia-Artikel zum Thema Röckdöts). Nun habe ich neulich im Radio jemanden gehört, der das ü in Brüno tatsächlich wie ein /ü/ aussprach - so klingt der Name fast schon französisch. Was für ein Quatsch. 

Donnerstag, 4. Juni 2009

Filmtitel III

Heute: Spezialausgabe - Originaltitel, die um einen bekloppten deutschen Untertitel erweitert wurden.

  • Pulse - Du bist tot, bevor du stirbst
  • Slither - Voll auf den Schleim gegangen
  • The Rocker - Voll der (S)Hit
  • Botched - Voll verkackt!
  • Gridlock'd - Voll drauf
  • Fools Rush In - Herz über Kopf
  • Wedding Planner - Verliebt, verlobt, verplant
  • Wag the Dog - Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt
  • Bride Wars - Beste Feindinnen
  • Hot Fuzz - Zwei abgewichste Profis
  • Alien Autopsy - Das All zu Gast bei Freunden
  • Carrie – Des Satans jüngste Tochter
  • A Boy and His Dog – In der Gewalt der Unterirdischen
  • WALL·E – Der Letzte räumt die Erde auf
  • Burn After Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger?
  • 10 Items or Less – Du bist wen du triffst
  • Great White Hype – Eine K.O.Mödie
  • Mr. Wrong – Der Traummann wird zum Alptraum
  • Mrs. Doubtfire – Das stachelige Kindermädchen

Diese Liste wird garantiert fortgesetzt; gerade im Horror- und Komödienbereich gibt es unzählige Beispiele für die zweifelhafte Kreativität mancher Verleih-Mitarbeiter.

Dienstag, 21. April 2009

Filmtitel II

Ohne großartige Einleitung geht es weiter, heute auch mit ein paar weniger bekannten Filmen. Comedy of Terrors und The Harder They Fall kenne ich überhaupt nur vom Originaltitel her, nämlich von Simpsons-Parodien.

  • The Comedy of Terrors --> Ruhe Sanft GmbH
  • Drillbit Taylor --> Ein Mann für alle Unfälle
  • Eastern Promises --> Tödliche Versprechen
  • The Brave One --> Die Fremde in Dir
  • The Seven-Per-Cent Solution --> Kein Koks für Sherlock Holmes
  • The Harder They Fall --> Schmutziger Lorbeer
  • Les Cousins --> Schrei, wenn du kannst
  • The Other Sister --> Ganz normal verliebt
  • Wild Hogs --> Born to be Wild - Saumäßig unterwegs
  • The Emperor Waltz --> Ich küsse Ihre Hand, Madame
  • The Wedding Singer --> Eine Hochzeit zum Verlieben
  • Antitrust --> Startup
  • The Sweetest Thing --> Super süß und super sexy
  • The Rose Tattoo --> Die tätowierte Rose
  • Analyze That --> Reine Nervensache
  • Bend it like Beckham --> Kick it like Beckham
  • Sidewalks of New York --> Seitensprünge in New York
  • The Masque of the Red Death --> Satanas - Das Schloß der blutigen Bestie

Der letzte Eintrag ist eine Verfilmung der gleichnamigen Geschichte von Edgar Allan Poe, auf deutsch "Die Maske des Roten Todes". Was den Verleih dazu bewogen hat, dieser klassischen Erzählung den Touch eines ganz billigen Horror-B-Movies zu geben, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben.

Sonntag, 19. April 2009

Filmtitel I

Es folgt nun der erste Teil einer schier unendlich langen Liste missglückter Eindeutschungen von Filmtiteln. Dabei handelt es sich gar nicht immer um Eindeutschungen, in manchen Fällen hat man - warum auch immer - neue Titel in der Originalsprache gebastelt. Mein Lieblingsbeispiel dafür ist Cool & Fool – Mein Partner mit der großen Schnauze (OT: einfach nur The Man), dicht gefolgt von Final Call – Wenn er auflegt, muss sie sterben (OT: Cellular). Derlei funktioniert auch auf französisch: das demnächst anlaufende Drama Le premier jour du reste de ta vie wurde bei uns zu C'est la vie

Ich möchte betonen, dass es manchmal wirklich dringend geboten ist, fremdländische Titel zu "übersetzen" (bzw. einen alternativen Titel zu finden, denn man muss nicht alles 1 zu 1 transponieren - so puristisch bin ich nicht). Beispielsweise war mir, bevor ich den Film sah, nicht klar, dass "Will Hunting" in Good Will Hunting ein Personenname ist; ich hatte gedacht, das wäre eine pervertierte Form von "The good will be hunting" oder so. Auch "Jurassic" ist nicht unbedingt ein Wort, das man in der Schule lernt (das Buch von Michael Crichton erschien bei uns immerhin als Dino Park).

ABER: Der Verleih sollte sich gründlich überlegen, ob der Titel auch "funktioniert". Es gibt Filme, die ich mir nur wegen des deutschen Namens nie anschauen würde. Forgetting Sarah Marshall - mh, geht. Doch was wurde daraus? Nie wieder Sex mit der Ex! Allgemein scheint man bei romantischen Komödien auf besonders "witzige" Übertragungen erpicht zu sein. Man versucht sich zum Teil an Wortspielen, wo im Original gar keine sind (Town & Country --> Stadt, Land, Kuss). Wenn aber die Vorlage ein Wortspiel beinhaltet, ignoriert man das geflissentlich (Made of Honor --> Verliebt in die Braut). Manchmal geht sogar der Sinn komplett verloren. In Sergio Leones Westernklassiker Il buono, il brutto, il cattivo geht es um drei Revolverhelden, auf deutsch heißt der Streifen aber Zwei glorreiche Halunken. Hier also die unkommentierte Liste der schönsten deutschen Titel:

  • Body of Lies --> Der Mann, der niemals lebte
  • The Boat That Rocked --> Radio Rock Revolution
  • Taken --> 96 Hours
  • In Bruges --> Brügge sehen ... und sterben?
  • The Holiday --> Liebe braucht keine Ferien
  • Knock on Wood --> Die Lachbombe
  • Meet the Parents --> Meine Frau, ihr Vater und ich
  • You, Me and Dupree --> Ich, du und der Andere
  • Me, Myself and Irene --> Ich, beide und sie
  • Marvin's Room --> Marvins Töchter
  • Billy Two Hats --> Begrabt die Wölfe in der Schlucht
  • Lost Horizon --> In Fesseln von Shangri-La

tbc

 

Donnerstag, 19. Februar 2009

96 Stunden

Heute hatte der Action-Thriller Taken mit Liam Neeson seinen deutschen Kinostart. Seltsam dabei ist, dass der Film hierzulande unter dem Titel 96 Hours läuft. 

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Film mit einem englischen Originaltitel vom deutschen Verleih einen völlig anderen, aber ebenfalls englischen Titel erhält (bei Gelegenheit werde ich mal eine Liste mit besonders kreativen Adaptionen erstellen). Die Beweggründe liegen dabei stets im Dunkeln. Hat man etwa gedacht, die Leute werden bei dem Namen Taken an die gleichnamige Mini-TV-Serie erinnert? Abwegig. Eher denken sie an die Action-Komödie Nur 48 Stunden (OT: 48 Hrs.) aus dem Jahre 1982 und sagen sich: "Mhh, 96 Stunden sind ja doppelt so viel wie 48, dann ist das bestimmt nur halb so spannend."